Nordische Mythologie Teil 2

Nordische Mythologie Teil 2

Er kann sich auch in ein Tier wie eine Schlange oder einen Adler verwandeln. Dieser Gott sitzt auf seinem Thron in Asgard, einem der vielen Königreiche der nordischen Mythologie. Neben ihm stehen Hugin und Munin, zwei Raben, die ihm berichten, was sie in anderen Königreichen gesehen haben.

Frigg, Göttin der Liebe, Ehe und Mutterschaft

Frigg

Frigg, deren Name „die Geliebte“ bedeutet, gilt als Beschützerin der Frauen. Besonders während der Geburt soll sie ihnen beistehen, sie unterstützen und ihr Leiden lindern. Als Ehefrau von Odin sowie als Mutter von Balder und Thor nimmt sie eine bedeutende Rolle in der nordischen Mythologie ein. In Darstellungen wird Frigg häufig zusammen mit ihrer Familie gezeigt.

Thor – Gott des Donners

Thor gehört zu den bekanntesten Göttern der nordischen Mythologie. Als Gott des Donners wird er mit Stärke, Schutz und Macht verbunden. Besonders bekannt ist sein mächtiger Hammer Mjölnir, mit dem er Blitze schleudern und die Götter sowie die Menschen vor Feinden schützen konnte.

Loki

In der nordischen Mythologie nimmt Loki als Gott der List eine besondere und zugleich widersprüchliche Rolle ein. Er steht zwischen den Göttern, den Riesen und anderen übernatürlichen Wesen. Loki ist der Sohn des Riesen Farbauti und der Laufey. Außerdem gilt er als Vater mehrerer furchterregender Kreaturen, darunter die Midgardschlange Jörmungandr und der Wolf Fenrir. In einer ungewöhnlichen Geschichte wird Loki sogar zur Mutter von Odins achtbeinigem Pferd Sleipnir.

Loki wird in den Mythen als impulsiv, unberechenbar und oft verantwortungslos beschrieben, zugleich jedoch als äußerst schlau und listig. Häufig wenden sich die Asen an ihn, wenn sie ein schwieriges Problem lösen müssen, da seine Cleverness ihnen immer wieder aus brenzligen Situationen hilft.

Tyr – Gott des Krieges, der Weisheit und der Gerechtigkeit

Tyr gehört zu den wichtigsten Göttern der nordischen Mythologie. Er wird mit Mut, Weisheit und Gerechtigkeit verbunden und gilt als Gott des Krieges. Besonders bekannt ist er für seinen großen Mut, da er seine Hand opferte, um den gefährlichen Wolf Fenrir zu bändigen.

Njörd

Njörd ist in der nordischen Mythologie der Gott des Windes, des Meeres und der Seefahrt. Er wird außerdem mit Reichtum, Fruchtbarkeit sowie mit Küsten und Binnengewässern in Verbindung gebracht. Njörd gehört zu den Vanen (Vanir), einer der drei Gruppen von Gottheiten in der nordischen Mythologie. Die beiden anderen Gruppen sind die Asen und die Disen.

In der Religion der Wikinger spielte Njörd eine wichtige Rolle, besonders für Seefahrer und Händler. Ursprünglich war er mit seiner Schwester Nerthus verheiratet, mit der er zwei Kinder hatte: Frey und Freyja. Später wurde er mit der Riesin Skadi verheiratet.

Freyja – Göttin der Liebe und der Fruchtbarkeit

Freyja ist eine der bekanntesten Göttinnen der nordischen Mythologie. Sie wird mit Liebe, Schönheit, Fruchtbarkeit und auch mit Magie in Verbindung gebracht. Außerdem gilt sie als Beschützerin von Leben und Wachstum und spielt eine bedeutende Rolle in vielen Mythen der nordischen Tradition.

Heimdall

Heimdall, dessen Name „der die Welt erleuchtet“ bedeutet, gehört zu den Asen und gilt als der wachsame Wächter der Götterfestung Asgard. Er ist der Sohn von Odin und neun Müttern. Heimdall besitzt außergewöhnliche Sinne: Seine Sehkraft ist so stark, dass er sowohl bei Tag als auch bei Nacht über mehrere hundert Meilen hinweg sehen kann. Auch sein Gehör ist außergewöhnlich scharf – der Mythologie zufolge kann er sogar das Gras wachsen hören.

Seine Aufgabe besteht darin, Asgard vor Feinden zu schützen. Wenn Gefahr droht, bläst er in sein Horn, das Gjallarhorn, um die Götter zu warnen. Heimdall lebt in Himinbjörg, einer Festung am Ende der Regenbogenbrücke Bifröst, die die Welt der Menschen mit Asgard verbindet.

Die verschiedenen Welten der nordischen Mythologie

In der nordischen Mythologie besteht das Universum aus neun verschiedenen Welten. Dazu gehören Asgard, die Heimat der Götter, Vanaheim, die Welt der Vanen, und Alfheim, das Reich der Lichtelfen. Die Menschen leben in Midgard, während die Riesen in Jotunheim beheimatet sind. Weitere Welten sind Nidavellir und Svartalfheim, die mit Zwergen und Dunkelelfen verbunden werden, sowie Muspelheim, das Reich des Feuers, und Niflheim, die Welt aus Eis und Nebel.

Die ersten drei Welten – Asgard, Vanaheim und Alfheim – gelten in der nordischen Mythologie als die höheren Welten.

Asgard ist die Heimat der Asen, einer Gruppe von Göttern, die wichtige spirituelle und göttliche Aufgaben erfüllen. Dort befindet sich auch Valhalla, die große Halle, in der die gefallenen Helden – die sogenannten Einherjer – nach ihrem Tod aufgenommen werden. Asgard ist über die Bifröst, die auch als Regenbogenbrücke bekannt ist, mit Midgard, der Welt der Menschen, verbunden.

Vanaheim ist die Welt der Vanen, einer anderen Gruppe von Göttern. Diese Gottheiten werden besonders mit Fruchtbarkeit, Leben, Natur und Weisheit in Verbindung gebracht.

Die dritte höhere Welt ist Alfheim, das Reich der Lichtelfen. Diese Elfen gelten als freundliche und wohlwollende Wesen, die für ihre Schönheit und ihre enge Verbindung zum Licht bekannt sind.Die nächsten drei Welten, Midgard, Jotunheim und Nidavellir, sind die Zwischenstufen. Midgard ist die Welt der Menschen, Jotunheim ist die Welt der Riesen und Trolle, die versuchen, die Götter zu stürzen, und Nidavellir ist die Welt der Zwerge, die Dinge von Wert für die Götter herstellen.

Die unteren Welten der nordischen Mythologie

Die Welten Svartalfheim, Muspelheim und Niflheim befinden sich auf der untersten Ebene des nordischen Weltbildes.

Svartalfheim gilt als das Gegenstück zu Alfheim. Während in Alfheim die Lichtelfen leben, ist Svartalfheim die Heimat der Dunkelelfen. Diese Wesen gelten als das Gegenteil der Lichtelfen und sollen sich tief unter der Erde oder im Inneren von Felsen verborgen halten.

Muspelheim ist die Welt des Feuers. Dieses Reich wird vom Feuerriesen Surt beherrscht und ist von Flammen und Hitze geprägt.

Niflheim schließlich ist die Welt des Eises, der Kälte und der Toten. Dieses Reich wird auch Helheim genannt, benannt nach Hel, der Tochter Lokis. Von hier sollen Krankheiten und Epidemien stammen, die die Menschen in Midgard heimsuchen, da die beiden Welten in den Mythen miteinander verbunden sind.

Die Wikinger

Die Wikinger waren hervorragende Seefahrer und Entdecker, wie zum Beispiel Floki oder Erik der Rote. Dank ihrer großen Erfahrung in der Navigation konnten sie weite Strecken über das Meer zurücklegen. Dadurch wurden sie nicht nur gefürchtete Krieger, sondern auch erfolgreiche Händler.

Zwischen 793 und 1066 segelten sie von Norwegen, Schweden und Dänemark aus bis nach Island und darüber hinaus. Auf ihren Reisen erreichten sie sogar weit entfernte Regionen wie Bagdad und Nordamerika. Damit entdeckten sie Amerika etwa 500 Jahre vor Christoph Kolumbus.

Viele Wikinger verließen ihre Heimat aus denselben Gründen, die Menschen seit jeher antreiben: Ruhm, Macht und Reichtum. Wie in vielen Gesellschaften bedeutete auch bei den Wikingern großer Besitz mehr Einfluss und Ansehen. Reichtum zeigte sich dabei nicht nur in Geld oder wertvollen Gegenständen, sondern auch im Besitz von Land, der als besonders wichtig galt.

Überlieferung der nordischen Mythologie

Dass wir heute so viel über die nordische Mythologie, die verschiedenen germanischen Völker und ihre vorchristlichen Religionen wissen, verdanken wir vor allem den alten Wikingerdichtungen und Sagas. Diese Texte wurden in Altnordisch verfasst und entstanden während oder kurz nach der Wikingerzeit. Sie geben uns wichtige Einblicke in die Glaubensvorstellungen der Wikinger und anderer germanischer Kulturen.

Trotz dieser Quellen bleiben einige Aspekte dieser alten Religionen bis heute unklar. Dennoch lassen sich viele gemeinsame Themen erkennen, die es ermöglichen, Parallelen zwischen den verschiedenen germanischen Glaubenssystemen zu ziehen und ihr Weltbild besser zu verstehen.

Was ist Ragnarök?

In der nordischen Mythologie gibt es viele Mythen und Geschichten, doch eines der wichtigsten Ereignisse ist Ragnarök – der Untergang der Welt. Dieses Ereignis beschreibt das Ende der alten Welt und den Beginn einer neuen.

Der Legende nach wird Ragnarök von einem dreijährigen, besonders harten Winter eingeleitet, der Fimbulwinter genannt wird. Danach kommt es zu einer großen Schlacht zwischen den Göttern und ihren Feinden auf dem Schlachtfeld Vigrid. Auf der einen Seite stehen die Götter sowie die gefallenen Krieger, die Einherjer. Auf der anderen Seite kämpfen Loki, die Riesen, die Toten aus Niflheim sowie die mächtigen Kreaturen Fenrir und Jörmungandr.

Die Schlacht fordert viele Opfer. Der riesige Wolf Fenrir, der sich aus seiner Gefangenschaft befreien konnte, tötet den Göttervater Odin. Um seinen Vater zu rächen, greift Thor ein. Er tötet Jörmungandr, die gewaltige Midgardschlange und eines der Kinder Lokis. Doch bevor sie stirbt, vergiftet die Schlange Thor, sodass auch er kurz darauf sein Leben verliert.

Viele Götter kämpfen bis zum Tod gegen die Riesen. Schließlich stehen sich Heimdall, der Wächter der Brücke zwischen Midgard und Asgard, und Loki gegenüber. In ihrem Kampf töten sie sich gegenseitig.

Nach der großen Schlacht überlebten nur wenige Götter: Vidar, Vali, Hoenir, Modi, Magni und Balder. Auch einige Menschen konnten dem Untergang entkommen, indem sie sich im Weltenbaum Yggdrasil versteckten – einer riesigen Esche, die in der nordischen Mythologie alle neun Welten miteinander verbindet.

Diese Überlebenden hatten die Aufgabe, eine neue Welt aufzubauen und die Erde erneut zu bevölkern. Nach dem Ende der alten Welt beginnt damit eine neue Zeit, in der Leben und Ordnung wieder entstehen.

Ausarbeitung und Recherche

© Odins Krieger Tyskland


Kommentar hinzufügen

Kommentare

Es gibt noch keine Kommentare.